Diesmal war ich als einziger Starter des TRC Laabental beim Saalbach Trail & Skyrace am Start. Anett musste leider kurzfristig absagen. Ganz allein war ich am Ende trotzdem nicht: Wie so oft trifft man in der Trailrunning-Community glücklicherweise immer wieder bekannte Gesichter, und so liefen mir dort die Freunde Karl, Karin und Karl jun. über den Weg. Kurzer Plausch, gemeinsames Warten am Start, und schon fühlt sich ein Rennen in den Bergen ein Stück weniger einsam an.

© Bild: Markus Landdauer

Ein Wochenende, sieben Bewerbe

Das Saalbach Trail & Skyrace ging heuer bereits zum zwölften Mal über die Bühne, am 15. und 16. August, und bot mit sieben Bewerben von 3,3 bis 47 Kilometern für praktisch jeden Geschmack etwas: vom entspannten Soultrail (9 km / 450 Hm) über das brutal steile Vertical Extreme (3,3 km / 1.000 Hm) bis zur Königsdisziplin, dem 13 Summits Sky Marathon (47 km / 3.500 Hm). Dazu kommen 6 Summits Speed, 6 Summits Martini Skyrace und die 6-Stunden-Challenge. Rund 600 Teilnehmer:innen aus 25 Nationen waren insgesamt am Start – ein Programm mit ordentlich Tiefgang, im wahrsten Sinne des Wortes mit ordentlich Höhenmetern.

© Bilder: Daniel Roos

Neu im Programm: der 12 Summits Speed, mein Bewerb. Über 80 Starter wagten sich an die neue Strecke – für eine Premiere ein richtig guter Zuspruch.

Der 12 Summits Speed: 44 km, 12 Gipfel, ein Mammutprogramm

Start war direkt am Gipfel des Schattberg Ost, hinauf per Gondel, dann 44 Kilometer und knapp 2.500 Höhenmeter über zwölf Gipfel quer durchs Glemmtal. Es war mein erster Skyrun. Klingt erstmals nach einem recht knackigen Trail, ist er auch: aber noch dazu einer der technisch und konditionell anspruchsvollsten im gesamten DACH-Raum. Es war streckenweise mehr Bergsteigen, Klettern und Kraxeln als Laufen. Für mich als nicht sonderlich geübten Bergsteiger und Kletterer war das schlicht ein Mammutprogramm.

© Bilder: Daniel Roos

Die nackten Zahlen sprechen für sich: eine Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 4 km/h auf der gesamten Strecke – selbst der Sieger blieb nur knapp unter einer 9-Minuten-Kilometerpace. Da braucht es keine weiteren Worte darüber, wie viel Gelände wirklich „gelaufen“ wurde.

© Bilder: Daniel Roos

Mehrere Passagen bin ich mit enormer Vorsicht angegangen, ein mulmiges Gefühl wegen Absturzgefahr war da immer wieder Thema. Und dann waren da noch die fast 4.000 Höhenmeter bergab, die meinen Knien gehörig zugesetzt haben – so manches Mal war das Rutschen am Po tatsächlich die entspanntere Alternative. Nicht elegant, aber effektiv.

Auch meine erste Zeitstrafe der Karriere gab’s obendrauf: Beim Staffkogel bin ich irgendwo falsch abgebogen, der GPS-Tracker hat das gnadenlos aufgezeichnet – 10 Minuten Strafe. Fairerweise muss man sagen: zurecht.

© Bilder: Daniel Roos

Die Ausfallquote lag bei 15 % – für diese schwierige und kräfteraubende Strecke durchaus ein guter Schnitt, zeigt aber vor allem, wie stark das Feld besetzt war. Für mich war ein DNF trotz allem nie ein Thema. Am Ende stand eine reine Laufzeit von 10 Stunden 56 Minuten zu Buche.

Hart war es, keine Frage. Belohnt wurde die Plackerei aber mit einer traumhaften Landschaft und Plätzen, die man normalerweise so nicht zu Gesicht bekommt. Im Ziel gab’s das obligatorische, feierliche Abklatschen, und trotz der Strapazen ein durchwegs positives Fazit.

© Bild 1: Markus Landauer, © Bild 2-5: Karin Hiesberger

Fazit und Ausblick

Meine Erkenntnis nach dem Rennen: Die Disziplin Skyrace ist nicht wirklich mein Ding – dafür war die Erfahrung einzigartig, und die hätte ich nicht missen wollen. Saalbach selbst ist sowieso immer eine Reise wert, auch abseits der Strecke sorgt das Örtchen mit seinem netten Nachtleben für einen würdigen Ausklang nach so einem Tag. Wegen der faszinierenden Naturschönheiten gibt es diesmal auch mehr Fotos 😉

© Bild 1: Markus Landauer, © Bild 2: trc-laabental

Nächstes Jahr wird’s vielleicht eher der Vertical – meine Knie werden es mir danken.


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